Wow! – Das ist lange her! John Cale im Rockpalast. Damals, Anfang der 80er, „German Television proudly presents“! Albrecht Metzger - ich krieg‘ heute noch Krätze, wenn ich an Dein gestokeltes Englisch denke! Aber, wenn man durch diese Litanei erst mal durch war, dann hat das German Television tatsächlich was geboten – Größen, und solche, die es noch werden sollten der Rock, Funk und Soulmusik.
So auch hier mit John Cale.
John Cale ist bereits über 45 Jahren im Rock-Buisiness.
Wer kennt sie nicht oder hat zumindest den Namen schon mal gehört: Velvet Underground, die erste Pop- Art- Avantgarde der 60er Jahre. Oder die Namen der weiteren Protagonisten, wie Lou Reed und Andy Warhol.
John Cale verläßt die Formation 1968 um seine Solokarriere zu starten; er bleibt bekannt, wird aber nicht berühmt. Mit Lou Reed kommt er noch einmal zusammen um gemeinsam mit „Songs For Drella“ den verstorbenen Freund und Mentor Andy Warhol zu betrauern. Wobei „trauern“ individuell auslegbar ist, zumindest behinhaltet der Nachruf eine gehörige Portion trockenen englischen Humor und versinkt so nicht in überboardende Melancholie.
Die beiden Auftritte nun Anfang der 80er Jahre in Bochum und Essen bieten ein herrliches Retro auf diese Zeit der Pop- Avantgarde und bringen den einen oder anderen beim zusehen/ hören doch ins grübeln. Denn für viele neuzeitliche Bands gibt es doch Wiedererkennungseffekte in Sachen Punk, Indie- Pop ala Velvet Underground, z.B. mit Waiting fort he man“. Es gibt starke Rocknummern, aber auch sehr introvertierte Ansätze, die einen musikalischen Anspruch erheben, dem nicht jede/r zu folgen vermag.
Dabei gehen die beiden DVDs unterschiedliche Wege, bzw. zeigen die Entwicklung des John Cale 1983 in Bochum mit Klavier, Gitarre quasi im Alleingang, die Musik verinnerlicht, ausdrucksstark, nahezu expressionistisch dem Publikum entgegen geschleudert; 1984 mit erlesener Bandbesetzung „kommerzieller“ rockiger dem Publikum zugewandt.
In allen Fällen jedoch eines: authentisch, der Musiker John Cale, der seine Songs auf der Bühne quasi durchlebt.
FAZIT:
Für Fans dieser Zeit und des Genres ein Muss, für alle anderen kann es eine musikalische Erfahrung werden, und Nostalgiker kommen besonders angesichts des Publikums (Mode! Frisuren! Verhalte!) besonders auf ihre Kosten.
Auch wenn die Bild- und Tontechnik die Anfänge des Mediums Fernsehen in Sachen Konzerte präsentieren (4:3, PCM Stereo) ist die Aufbereitung des Materials durchaus sehens- und hörenswert.
Tracklist:
Lineup:
DVD: 1 (Grugahalle Essen, 13.10.1984)
• Autobiography
• Oh La Lan
• Evidencen
• Magazines
• Model Beirut Recital
• Streets Of Laredo
• Dr. Mudd
• Leaving It Up To You
• Caribbean Sunset
• The Hunt
• Fear Is A Mans Best Friend
• Heartbreak Hotel
• Paris 1919
• Waiting For The Man
• Mercenaries (Ready For War)
• Pablo Picasso/Love Me Two Times
• Close Watch
DVD: 2 (Zeche Bochum, 06.03.1983)
• Ghost Story
• Ship Of Fools
• Leaving It Up To You
• Amsterdam
• Childs Christmas In Wales
• Buffalo Ballet
• Antarctica Starts Here
• Taking It All Away
• Riverbank
• Paris 1919
• Guts
• Chinese Envoy
• Thoughtless Kind
• Only Time Will Tell
• Cable Hogue
• Dead Or Alive
• Waiting For The Man
• Heartbreak Hotel
• Chorale
• Fear Is A Mans Best Friend
• Close Watch
• Streets Of Laredo
ohne Wertung von Matthias (am 27.07.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Gitarre
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